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„Wir Narren finden`s wunderbar, Dorf Blesse wird 600 Jahr!“
Wie in jedem Jahr, so hat der Plessaer Karnevalsclub auch in der diesjährigen 51. Saison ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt auf die Beine gestellt.
Nachdem sowohl der PCC als auch der PKCC einmarschiert sind und Prinz Carsten I. mit seiner Lieblichkeit Prinzessin Silke die Kussfreiheit eröffnet hat, geht das Spektakel auch schon los.
Den Anfang macht der Ausklingler, der, wie früher üblich, die neuesten Nachrichten bekannt gibt. Was jeder erfahren muss, ist natürlich das 600jährige Jubiläum Plessas.
Seit vielen Jahren hat sich auch der PKCC mit einer eigenen Programmnummer etabliert. Dieses Mal werden die schönsten Ecken Plessas mit einer Dorfrundfahrt erkundet. Von der Straußenfarm geht es weiter zum Kraftwerk, in dem die kleinen Schornsteinfeger für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Abschließend wird noch ein kurzer Abstecher zur Schwarzen Elster gemacht. Hier sind die Fische wohl besonders wählerisch, denn nur mit einem attraktiven Köder an der Angel fängt man die tanzenden Fischchen ein.
Als nächstes stehen natürlich -wie passend- die Elsterangler auf dem Programm. Beim Angeln wird dann auch gleich über die DDR, die Puffzulage und die Vogelgrippe philosophiert. Nachdem außerdem die Rente ab 67, das Ableben Harald Junkes und die Wahl des Papstes ausgewertet sind, singen die Elsterangler abschließend noch ein nicht ganz ernst gemeintes Loblied auf ihre Frauen. Denn ohne Frauen, würden die Männer doch ständig ohne Essen in geknitterten Hemden herumlaufen und müssten sich ihr Bier selbst aus dem Keller holen.
Wenn wir schon einmal an der Elster sind, kommen wir doch auch gleich zum nächstfolgenden Programmpunkt: der Tanz der Moorhexen. Hier tanzen vier kesse, aber ein wenig angsteinflößende Moorhexen um eine unschuldig anmutende Moorleiche herum und nehmen sie zum Abschluss auch noch mit.
Vom düsteren Moor geht es dann auf den Plessaer Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz. Zum 600jährigen Jubiläum brauchen wir schließlich gut ausgebildete und trainierte Gästeführer. Nachdem sich die Sportler mit Hochprozentigem aufgewärmt haben, beginnt das harte Training. Während in der letzten Saison das Kastenspringen auf dem Programm stand, wird dieses Jahr das Seilspringen praktiziert. Doch wer meint, es bleibt beim einfachen Seilspringen wie im Schulsportunterricht, der irrt. Denn für unsere sportlichen Karnevalisten muss es schon etwas spektakulärer sein. So bekommt das Publikum eine Nummer mit sportlichen Höchstleistungen geboten, wobei der Spaß natürlich nicht zu kurz kommt.
Wenn das die Ministerien für Sport sowie Bildung, Jugend und Kultur wüssten. Die Bereiche Sport und Jugend sind ja bereits abgedeckt, doch auch der kulturelle Aspekt kommt bei uns nicht zu kurz, denn nun trällert unser Gesangstrio für das Publikum. In ihren Texten wird sogar die eine oder andere politische Entscheidung auf die Schippe genommen. Doch nach Themen, wie beispielsweise Vogelgrippe, Fußballwett- und Fleischskandal sowie Führerschein ab 17, widmen wir uns lieber wieder angenehmeren Dingen, wie die Fußballweltmeisterschaft.
Die Programmnummer hierzu wird von unseren Funken in knappen Bikinis und mit Fußballstutzen vorgeführt. Nachdem die hübschesten Fans aus England, Brasilien und Deutschland die Fußballer während dem Spiel mit ihren Hüftschwüngen begeisterten, gehen die Deutschen -wie sollte es auch anders sein- als Weltmeister vom Platz. Na wenn das so leicht ist, sollten wir unsere Funken wohl mal zur Unterstützung zu „Klinsi“ schicken! Vielleicht klappt es dann ja auch mit dem Weltmeistertitel im eigenen Land.
Da Sport bekanntlich ein angesagtes Thema ist, geht’s auch gleich weiter im Programm: nämlich mit dem Matrix- Ping- Pong. Im verdunkelten Raum kommt es zum atemberaubenden Duell zwischen zwei Tischtennisspielern, die ihr Handwerk verstehen. Denn plötzlich schweben sie wie von Geisterhand über dem Boden und können den Ball in letzter Sekunde zurück auf die Tischtennisplatte beordern. Diese Nummer verspricht wahnsinnig viel Witz und Humor, solange das Publikum mitspielt und Feuerzeuge sowie Handys in der Hosentasche behält. Inoffiziell wird das Matrix- Ping- Pong als „die“ Nummer überhaupt gehandelt.
Bevor alle Beteiligten vollends ins Schwitzen kommen, wechseln wir lieber wieder vom Sport zum Gesang. Doch dieses Mal begeistern drei Sänger und eine „leicht männlich“ aussehende Sängerin mit einem Medley aus den zwanziger Jahren. Lieder wie „Veronika der Lenz ist da“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ unterhalten die Zuschauer auf humorvolle Weise im Stil der zwanziger Jahre.
Im Anschluss daran bekommt besonders das junge Publikum zwei Leckerbissen serviert. Erst dürfen sich die Männer über neun leicht bekleidete Playboy- Bunnys mit Hugh Hefner freuen und dann geht’s mit vier gut gebauten Bergleuten in die Waschgaue. Hier wird der Waschvorgang nach einem schweren Arbeitstag im Bergwerk demonstriert. Wenn die Männer ihre verschwitzten Körper aus dem Blaumann pellen und sich gegenseitig abseifen, würde sicherlich auch die eine oder andere Frau gern behilflich sein. Nebenbei lassen die vier ihre Hüften locker kreisen als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Bei welchem Karnevalsprogramm bekommt das weibliche Publikum denn schon solche Männer für 9,50€?!
Doch nicht nur der Körper muss vom Schmutz befeit werden auch die Wäsche. Dafür sind bei uns zehn Wasch- „weiber“ zuständig, welche „wasch-“ echt mit Kittelschürze, Kopftuch, Gummistiefel, Waschbrett und gusseiserner Wanne auftreten. Beim Waschgang bleibt natürlich auch das Publikum nicht ganz verschont und so haben sowohl die Zuschauer als auch das Männerballett ihren Spaß.
Als nächstes stehen die fünf Mädels von der Jugendgarde im kurzen Rock auf der Bühne und tanzen mit Stock und Hut.
Wie in den letzten Jahren so ist die Prinzengarde auch dieses Mal wieder mit einem Medley dabei. In dieser Saison blättern Inge und Kurt im Fotoalbum und lassen ihre gemeinsamen Erlebnisse Revue passieren. Der Blick ins Fotoalbum wird für den Zuschauer mit Leinwand und Projektor sowie durch diverse Showeinlagen humorvoll in Szene gesetzt. Während in der Kindheit Altstoffe für das erste Taschengeld gesammelt wurden und voller Elan „Bau auf“ gesungen wurde, folgte etwas später die so genannte „Sturm und Drangzeit“, in der keine Party ausgelassen wurde. Doch dann kam das erste Kind auf die Welt und es wurde geheiratet. Nach fünfzehn Jahren langem Warten gab es dann einen „himmelblauen Trabant, der rollte durchs Land“. Als anschließend auch Kurts Arbeit an der Trasse in Orenburg und der Sommer an der Ostsee ausgewertet waren, kamen Inge und Kurt zu der Erkenntnis, dass Geld allein auch nicht glücklich macht. Hauptsache ist doch, dass man sich liebt und außerdem: „eins kann uns keiner…“.
Nachdem das Publikum wie jedes Jahr von einem vielfältigen Programm verwöhnt wurde, ist die Bauernpolka die krönende Abschlussnummer. Da die Bauern in der 600jährigen Geschichte Plessas eine wichtige Institution bilden, darf solch ein Programmpunkt natürlich nicht fehlen. Zum Lied „Über den Wolken“ werden neun Bäuerinnen im kurzen Dirndl von ihren Bauern durch die Luft gewirbelt. So findet auch das diesjährige Karnevalsprogramm des PCC einen perfekten Abschluss.
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