In diesem Jahr gab es zum Auftakt um 11.11 Uhr neben der klassischen
Schlüsselübergabe, den Pfannkuchen und der immer wieder leeren
Amtskasse zusätzlich einen Fenstersturm der Saalpolizei, einen zweiten
Schlüssel, eine bunt kostümierte Reitergarde und auch einen
Gartenstuhl-Wettkampf zwischen Ost und West. Nach dem Aufmarsch des PCC
stürmten die Mitglieder der Saalpolizei per mitgebrachter
Feuerwehrleiter das Büro von Amtsdirektor Manfred Drews. An den Armen
herbeigezerrt hatten Drews und Bürgermeister Gottfried Heinicke den
Gemeindeschlüssel im Gepäck.
Talkshowgeübt hatte Karnevalspräsident
Peter Werner diesmal die Wahl zwischen einem Briefumschlag und einem
zweiten Schlüssel. Als Joker durfte Werner einen Anruf zu Hause oder
eine Publikumsbefragung einsetzen. Die Besuchermassen entschieden sich
für den Autoschlüssel.
Im Kofferraum des um 11.11 Uhr entmachteten Ortsoberhauptes, zu dem
jener zweite Schlüssel passte, fanden die Narren mehrere schwere Säcke
voller närrischer Schätze. Der darin enthaltene Kies, die Kohle und
Moneten werden im Laufe der närrischen Saison noch ihre Bedeutung
entfalten. Die Wahl des Briefumschlags hätte dagegen schwere Folgen
gehabt. In dem befand sich die Amtskasse: reine Plessaer Luft.
Bei einem zum neuen Karnevalsmotto «Camping am Elsterstrand» passenden
Liegestuhl-Wettbewerb mussten der Wessi Drews und der Ossi Heinicke
unter den Augen hunderter Schaulustiger um die Wette zwei klapprige
Liegestühle aufbauen. Da es sich um DDR-Produkte handelte, war
natürlich der Bürgermeister schneller.
Sichtlich gerührt erhielt
das langjährige Vereinsmitglied Reinhard Dittmann am Samstag auf den
Stufen der Amtsverwaltung neben der zweithöchsten Auszeichnung des
Plessaer Karnevalvereins, dem dreifachen Händedruck des Präsidenten,
die Ehrenmitglieds-Narrenkappe überreicht.
Einen Besucherrekord
konnte der PCC schließlich bei den ersten beiden Abendveranstaltungen
verbuchen. Sowohl Generalprobe als Auftakt klappten wunderbar. Das neue
Programm kam sehr gut an. Von Veit Rösler