Mit großer Generalprobe, Jugendkarneval, der ersten großen Abendgala und mit dem Seniorenkarneval am Sonntag sind die 120 Narren des Plessaer PCC am Wochenende in ihre 55. Saison gestartet. Unter dem Motto „Aliwatschi außer Rand und Band, 5 x 11 im Abenteuerland“ wurde zum zweiten Mal in der Geschichte des Vereins hinter einer dünnen Zeltwand heißer Karneval serviert.
Nicht fehlen durfte der klassische Karneval mit Einmarschprogramm und der Eröffnung der Kussfreiheit. Dieser Akt oblag Prinz Michael III. und ihrer Lieblichkeit Heike von Blesse sowie dem Kinderprinzenpaar Prinz Thomas und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Vivian. In dem aus drei Blöcken bestehenden dreistündigen Programm wurden nicht nur bunter Gardekarneval und das Showprogramm geboten, sondern auch Gesellschaftskritik geübt. Sowohl das frisch erfundene „Blessi“, das Ungeheuer von LochBless mit Moderator Manni (Manfred) Müller, als auch die Piraten, die Bürgermeister Gottfried Heinicke und Karnevalspräsident Peter Werner aus den Klauen der „Bande der Kulturhausgegner“ befreiten, übten Kritik an einem bereits in die Waagschale geworfenen Abriss des Kulturhauses. Nachdem der kleine Saal sehr gut angenommen werde, klopfe man derzeit wieder an die Türen des großen Saales. Hier müsse jedoch noch gemäß der Brandschutzauflagen die alte Elektrik ausgetauscht werden, erklärte Karnevalspräsident Peter Werner. Obwohl der Karneval im Zelt für viele einem Vergleich zum Feiern im Saal standhält oder sogar noch besser abschneidet, hoffen die Organisatoren auf keine dritte Saison im Festzelt. Der Aufwand sei einfach enorm, so Peter Werner. In diesem Jahr mussten noch dazu an zwei Wochenenden unzählige Tonnen Schnee vom Festzeltgelände entfernt und dazu schwere Technik eingesetzt werden.
Fließend erschien den Gästen in diesem Jahr die Grenze zwischen Karneval und perfekter Show, geboten von der „Blue Man Group“ mit Sven Siegemund, Schlagzeuger Ronald Schemmel und Ants Möbius. Die Blaumänner waren zuvor extra zweimal in Berlin am Potsdamer Platz, um sich bei den Originalen vieles abzuschaun. Seit Oktober wird trainiert. Die vom Publikum geforderte Zugabe förderte dann noch weitere Blue-Man-Showteile zutage. Und, so Ants Möbius, in der nächsten Woche solle es weitere, bisher noch nicht gezeigte Überraschungen geben. Wen wundert es, dass die Schüler von Lehrer Ants Möbius bedauern, dass der „nur“ Lehrer geworden ist.
Und auch das gehörte zum Karnevalswochenende in Plessa: Mehrere hundert Namenszüge kamen bei der vom Karnevals- und Kulturverein veranstalteten Unterschriftensammlung für Campina zusammen.
Neben dem Zeltkarneval laufen die Vorbereitungen auf den großen Umzug am kommenden Wochenende, am 13. Februar ab 13 Uhr, auf Hochtouren. Da der Zempertrick mit den Frühling bringenden Ostereiern nur schleppend funktioniert, wurden bereits Teile des Aufstellplatzes in der Waldstraße vom Schnee befreit. Beim Umzug in Annahütte habe man sich ein Bild gemacht, wie schlecht sich Straßenverhältnisse auf einen Umzug auswirken und welche Konsequenzen es auch in Plessa geben könnte, so Peter Werner. Die Höhepunkte des Plessaer Zeltkarnevals wird es am Samstag nach dem Umzug bei der „Mega-Festzelt-Party“ und beim großen Rosenmontagsball geben. Die traditionelle Auszeichnungsveranstaltung für die Umzugsteilnehmer soll am 10. April wieder an ihrem traditionellen Ort stattfinden – im Saal des Kulturhauses
von Veit Rösler - Quelle: http://lr-online.de
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