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Elf Rotkäppchen locken den Wolf nach Plessa Drucken E-Mail

Mit einem komplett neuen Programm konnten die Funken des Plessaer Carnevals Clubs am 11.11.11 punkten. Sie kamen als Rotkäppchen – und das gleich 11-mal. Kein Wunder, dass sich die Wölfe hierzulande wohlfühlen.



SchneewittchenAn einem denkwürdigen Tag der Karnevalsgeschichte, am Abend des 11.11.11, demonstrierte der PCC auf der Bühne des Kulturhauses eindrucksvoll, dass er die Macht übernommen hat. Sowohl bei der großen Generalprobe, als auch bei der ersten Abendveranstaltung spielten die Narren am Wochenende vor vollem Haus. Am Freitagabend gab es sogar noch Verstärkung vom Winklischen Karnevalsverein, der mit 16 Mitgliedern und dem Prinzenpaar, mit seiner Tollität Prinz Uwe I und ihrer Lieblichkeit Prinzessin Kathleen, erschienen war. Ganz ohne Prinzenpaar lief das Programm beim PCC ab. Potenzielle Kandidaten geben erst am 11.11. ihre Bewerbung ab, so Karnevalspräsident Peter Werner. Wie seit 57 Jahren üblich wurde zunächst beim Einmarsch, geführt von den Musketieren und der Saalpolizei, den Ministern bis hin zu den schönsten Beinen der Region, der Funkengarde, auf die Bühne gezogen. Die Funkengarde, deren Mädchen arbeitsbedingt über ganz Deutschland verteilt sind, hatte in den letzten Wochen ein vollkommen neues Einmarschprogramm einstudiert. Beim Tanz der 11 Rotkäppchen lief nicht nur dem Wolf das Wasser im Munde zusammen. Büttenredner Lothar Thieme und Jürgen Nicklisch nahmen als „Schneeweißchen und Hosenrot“ – dem Märchenbuch entsprungen – so manche lokale und globale Krise auf die Schippe. So wird das Bier im Kulturhaus teurer, weil die Zapfhähne Altanschließer sind. Selbst dem können die Narren eine positive Seite abringen! Die steigenden Abwasserpreise treiben die Bewohner in das Kulturhaus, weil sie hier günstig pinkeln können. Wie bei der gut besuchten Altanschließer-Versammlung war Amtsdirektor Manfred Drews zum Karnevalsauftakt im Urlaub auf Mallorca, wo er sich bei Stiefpatenonkel Jürgen Drews zum König von Blesse ausbilden lässt. Selbst Schneewittchen hat einen vergifteten Apfel aus dem Pomogarten in Döllingen erwischt. Und die wegen Geldmangels in kalten Räumen tagenden Gemeindevertreter werden zu „Blesskimos“. Klar, dass auch das Märchen von der Plessaer Ortsumfahrung, auf der schon die Wegelagerer mit ihren Blitzlichtern lauern, nicht fehlen durfte. Dreidimensional wurden die Worte der beiden Schandmäuler Schneeweißchen und Hosenrot unter dem Motto, „Wer soll noch unter den Rettungsschirm griechen“ von der Prinzengarde in griechische, italienische, spanische und irische Tänze umgesetzt. Praktisch ohne EU-Mittel und dafür mit ganz viel Handarbeit hat das Technikteam des PCC in den vergangenen vier Wochen das Bühnenbild geschaffen. Zu sehen sind die auf einem Hühnerbein stehende Amtsverwaltung als Hexenhaus, ein rosenumranktes Märchenschloss und ein Märchenbuch. Programm und Bühnenbild werden bis zur Frühjahrssaison noch ausgebaut, lässt Karnevalspräsident Peter Werner durchblicken. Weil die Bühne des Kulturhauses nun wieder häufiger genutzt wird und das Hühnerbein nicht laufen kann, mussten sowohl Hexenhaus als auch Schloss auf Räder gestellt werden, um sie bei Bedarf auf die Nebenbühne schieben zu können. Hervorgeschoben werden sie das nächste Mal am 27. Januar 2012, wenn um 18.11 Uhr die Jugend unter dem Motto „Küss mich – ich bin ein Prinz“ zur ersten Abendveranstaltung geladen ist.

Quelle: LR-Online vom 14.11.2011
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